Radiobotschaft von Nuntius Eterovic an die Hörer von Nova-Radio-Schweiz

Berlin, 25. Dezember 2025

Verehrte Hörerinnen und Hörer von Nova Radio!

Der heilige Franziskus von Assisi hat den Gläubigen seiner Zeit die Menschwerdung Gottes durch szenische Spiele nähergebracht, woraus sich im Laufe der Zeit unsere Krippenspiele entwickelten und noch mehr die Krippen entstanden, die wir in unseren Kirchen und Häusern zu Weihnachten aufbauen. In jeder katholischen Familie war es selbstverständlich, zum Weihnachtsfest die Krippe in der guten Stube zu haben. Später gesellte sich der Weihnachtsbaum dazu, der für das Geheimnis steht, das wir im großen Glaubensbekenntnis beten: „Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“. Das Jesuskind in der Krippe und der immergrüne Christbaum zeugen von dem, was wir in dieser Welt sind, nämlich Pilger der Hoffnung, was der verstorbene Papst Franziskus als Leitwort über das Jubiläum des Heiligen Jahres 2025 gestellt hat, aber eigentlich unser ganzes christliches Leben kennzeichnet.

An diesem Weihnachtsfest sind wir wieder unterwegs zu den Krippen in unseren Kirchen und zu den festlichen Gottesdiensten, mit denen wir das Hohe Weihnachtsfest feiern. Die Kinder staunen vor dem Christuskind in der Krippe, und auch wir, die Erwachsenen, sollten wieder staunen lernen und als Kinder Gottes voller Freude singen: „Ich schaue dich mit Freuden an“ (Ich steh‘ an deiner Krippe hier, 4. Strophe). Der heilige Franziskus wollte gerade die Armen mit dem Geheimnis der Weihnacht vertraut machen und ihnen zeigen, dass gerade sie die Adressaten der Heilsbotschaft des Evangeliums sind. Es sind die Hirten auf dem Felde und nicht die Könige in den Palästen, denen als erste die himmlische Botschaft zuteilgeworden ist. Immer wieder sollten wir uns daran erinnern und im Getöse unseres Lebens öfter stehenbleiben und nur auf Jesus schauen, auf das Kind in der Krippe, auf den Jesus bei seinem öffentlichen Wirken, auf den Lehrer und Meister, aber auch auf den Heiland am Kreuz oder den Auferstandenen vom Tod. Wir sollen den ganzen Christus anschauen. Und an Weihnachten spüren wir es hoffentlich sehr deutlich, wie wenig wir eigentlich wissen und verstanden haben von diesem Geheimnis, dass Gott Mensch geworden ist in dem Herrn Jesus. Daher können auch wir rufen: „O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen“ (a.a.O., ebd.).

Mitten im Jubiläum des Heiligen Jahres, das am kommenden Hochfest der Erscheinung des Herrn zu Ende geht, wurde der Heilige Vater Leo XIV. zum Bischof von Rom und Hirten der Universalkirche gewählt. Seither ist er unermüdlich bemüht, in uns die christliche Hoffnung zu stärken. Angesichts der leidvollen Situation in der Welt, in vielen Familien und bei vielen Kranken und Leidenden, brauchen wir diesen Zuspruch, wenn er sagt: „Sie, die Letzten, die Armen, die Kranken sind es, die für ihn (Jesus Christus) sprechen. Wer er ist, verkündet Christus durch das, was er tut. Und was er tut, das ist für uns alle ein Zeichen des Heils. Denn ein Leben ohne Licht, ohne Worte und ohne Geschmack bekommt in der Begegnung mit Jesus wieder einen Sinn … Dies ist das Evangelium Jesu, die frohe Botschaft, die den Armen verkündet wird: Wenn Gott in die Welt kommt, bemerkt man es!“ (Angelus, 14. Dezember 2025).

Von Herzen wünsche ich Ihnen allen, verehrte Hörerinnen und Hörer von Novaradio, dass Ihnen die Begegnung mit Jesus in seinem Wort und im Sakrament zum Heile dient, und es bis in die Tiefe Ihrer Existenz bemerken, was es bedeutet: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14).

Frohe Weihnachten!

 

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