08 06 13 Dankadresse von Nuntius Périsset als Doyen des Diplomatischen Corps bei der Informations- und Begegnungsreise der Missionschefs mit dem Bundespräsidenten, Herrn Horst Köhler

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Dankadresse
des Apostolischen Nuntius als Doyen des Diplomatischen Corps,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei der Informations- und Begegnungsreise der Missionschefs
mit dem Bundespräsidenten, Herrn Horst Köhler
(13. Juni 2008)





Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

In diesem Jahr haben Sie die Missionschefs des Diplomatischen Corps im Rahmen der traditionellen Informations- und Begegnungsreise in den Freistaat Bayern entführt.

Für Ihre freundliche Einladung sagen wir Ihnen von Herzen Dank. In diesen Dank beziehen wir auch alle ein, die den heutigen Tag geplant und vorbereitet haben, wie auch die, die uns heute begleiten und für den reibungslosen Ablauf der Fahrt Sorge tragen.

Das, was wir erlebt haben, lässt uns etwas von der Bandbreite erahnen, die für den Freistaat Bayern in vielerlei Hinsicht kennzeichnend ist. Wir konnten von ferne die Berge der Alpen sehen und die Schönheit der Natur bestaunen. Wir haben einen Einblick bekommen in den Stand der Raumfahrttechnik und Sprechkontakt mit der Besatzung der ISS gehabt. Der Besuch bei einem führenden Automobilzulieferer hat uns eine weitere Seite der Spitzentechnologie des Landes gezeigt. Bayern ist zugleich ein Land mit einer reichen Kultur, die die Menschen durch Jahrhunderte geprägt hat und auch heute noch prägt. Das zeigte uns der Besuch im Kloster Andechs, in dem Geschichte und Gegenwart miteinander verschmolzen sind. Die ursprünglich spätgotische Hallenkirche, heute in prächtigem Rokokostil ausgestattet, eine Wallfahrtskirche auf dem „Heiligen Berg“ mit zwei Gnadenbildern: sie zeigt, wie der überlieferte Glaube auch in der Gegenwart lebendige Wirklichkeit ist. Als wir durch die Gänge des Klosters gingen, habe ich gedacht: In diesen Mauern liegen die Wurzeln der europäischen Kultur und Geschichte, aber mehr noch begegnen wir ihnen in der lebendigen Mönchsgemeinschaft. Die Benediktiner, die die Wallfahrt betreuen - wir haben einige erlebt -, zeigen durch ihr Leben als Mönche, dass diese Welt für sie nicht alles ist. Ich persönlich bin den Benediktinern nicht zuletzt dadurch verbunden, dass ich bei ihnen in der Schweiz studiert habe und der jetzige Papst den Namen Benedikt angenommen hat. Über die Gastronomie des Klosters Andechs brauche ich nichts zu sagen, da wir sie genießen durften.

Schließlich sind wir hier auf der letzten Station dieses erlebnisreichen Tages im Neuen Schloss Schleissheim angekommen. Da die Kulturdenkmäler im Freistaat Bayern gepflegt werden, sind sie nicht nur Zeugen der Geschichte, sondern bieten auch in der Gegenwart den Rahmen für festliche Empfänge und Begegnungen, wie wir es hier erleben.

Es ehrt uns, dass Sie, Herr Ministerpräsident Dr. Beckstein, zu uns gekommen sind und diesen Empfang für uns ausrichten. Im Diplomatischen Corps ist die Welt bei Ihnen zu Gast. Wir danken Ihnen für Ihre Worte und für alle Aufmerksamkeit, die Sie uns hier erweisen.

Ihnen, Herr Ministerpräsident, und noch einmal Ihnen, Herr Bundespräsident, ein herzliches Vergelt´s Gott!