17 06 05 Grußwort von Nuntius Eterovic zur 200 Jahrfeier der Neugründung des Bistums Speyer

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Grußwort des Apostolischer Nuntius
Erzbischof Dr. Nikola Eterović
bei der Feier 
„200 Jahre Neugründung des Bistums Speyer“ 

5. Juni 2017


 
„Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet die Gottesstadt und ihre Leuchte ist das Lamm“ (Offb 21,23).
 
Eminenz!
Exzellenzen!
Verehrter Herr Bischof Dr. Wiesemann, 
liebe Vertreter der christlichen Kirchen und Gemeinschaften, 
sehr geehrte Repräsentanten der Politik, der Gesellschaft und der Kultur, 
liebe Schwestern und Brüder!
 
Das neue Jerusalem, das uns in der Offenbarung des Johannes geschildert wird, ist die göttliche Synthese der Hoffnungen der Menschen auf Frieden und Glück und den endgültigen Sieg über den Tod und das Böse in den vielfältigen Gestalten von Gewalt, Krieg und Terror. Nur Gott vermag dies zu vollbringen, so lautet die Botschaft des letzten Buches im Neuen Testament. Nur der Allerhöchste kann sagen: „Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5). 
 
Mit dem Konkordat zwischen dem Königreich Bayern und dem Heiligen Stuhl von 1817 wurde das Bistum Speyer nach den französischen Revolutionskriegen und den napoleonischen Wirren wiedererrichtet, wenn auch nur mit einem Teil des ursprünglichen Territoriums des alten Fürstbistums Speyer. Dennoch waren die Menschen froh, wieder im alten Kaiserdom von Speyer ihre Kathedralkirche sehen zu können. 
 
Im Namen des Heiligen Vaters Franziskus, den ich die Ehre habe, in der Bundesrepublik Deutschland zu vertreten, übermittle ich Eurem verehrten Bischof Karl-Heinz Wiesemann und allen Diözesanangehörigen die herzlichen Grüße und Glückwünsche des Bischofs von Rom und Hirten der Universalkirche. Der Papst wird nicht müde, zu einer neuen Dynamik der Verkündigung des Evangeliums Jesus Christi aufzurufen, das auch dem Menschen von heute eine gute Nachricht ist. Diese neue Evangelisierung muss auf den soliden Fundamenten von Glaube, Hoffnung und Liebe des gläubigen Gottesvolkes dieser gesegneten Erde aufruhen, so wie es diese majestätische Kathedrale, in der wir uns befinden, auf der Ebene von Kunst und Architektur repräsentiert. Wenn wir die Tradition der Vorfahren fortsetzen und erneuern, geben wir alle durch ein christliches Leben Zeugnis von dem, der sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Auf diese Weise möge in der ehrwürdigen Diözese Speyer der Glanz der Herrlichkeit Gottes durch ein Leben aus dem Glauben erstrahlen. Wir wollen also nicht müde und resigniert sein, sondern uns ein Vorbild an denen nehmen, die vor uns in schwieriger Zeit in dieser Diözese gewirkt haben und das Evangelium verkündeten. Im Jahre 1817 haben sie sich gesagt:  „Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit“ (Heb 4,16). Diese Zuversicht zu dem dreieinen Gott und in der Sendung zu den Menschen unserer Zeit wünsche ich Ihnen. 
 
Die Schutzpatronin der Diözese Speyer, die selige Jungfrau Maria, die Mutter der Kirche, behüte die Menschen an Rhein, Saar, Blies und in der Pfalz. Die Gottesmutter und alle Heiligen mögen für die Anliegen der Christen vor Gottes Thron eintreten, damit sich erfüllt, was geschrieben steht: „Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5).