16 08 31 Grußwort von Nuntius Eterovic beim Abendessen zu Ehren von Erzbischof Dr. Paul R. Gallagher

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Grußwort des Apostolischen Nuntius
Erzbischof Dr. Nikola Eterović 
beim Abendessen zu Ehren 
des Erzbischofs Dr. Paul Richard Gallagher, 
Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten

Berlin, 31. August 2016
 

 
Eminenz, Exzellenzen, 
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde! 
 
Herzlich begrüße ich Sie alle in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin, dem Haus des Heiligen Vaters Franziskus in der Bundesrepublik Deutschland. Ein besonders Gruß gilt Seiner Exzellenz Mons. Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, der zum ersten Mal in offizieller Mission Deutschland besucht. Morgen wird er an der Außenministerkonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Potsdam teilnehmen. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz in dieser Organisation, die in den vergangenen Jahren eine große Rolle in Europa und in der Welt gespielt hat. Angesichts der vielen Krisen, die auch Europa betreffen, möge der deutsche Vorsitz die OSZE stärken und ihr neue Kraft geben.
 
Seine Exzellenz Mons. Gallagher hat beim Heiligen Stuhl eine sehr wichtige Aufgabe auch mit Blick auf Deutschland. Erwähnt seien nur zwei Felder, in denen die Sektion für die Beziehungen mit den Staaten eine besondere Rolle einnimmt: die Ernennung der Diözesanbischöfe und der Abschluss von Konkordaten. Beide Tätigkeiten sind auf gewisse Weise miteinander verbunden mit der Tradition konkordatärer Verträge, welche die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland charakterisieren. Diese Beziehungen sind gut und könnten zum Modell für andere Länder dienen, dank der 15 Konkordate, die zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland geschlossen worden sind. Konkret handelt es sich um 5 Konkordate: mit dem Deutschen Reich (1933), mit Bayern (1924), mit Preußen (1929), mit Baden (1932) und mit dem Land Niedersachsen (1965). Die übrigen zehn sind Verträge konkordatärer Natur, die mit allen Bundesländern geschlossen wurden, ausgenommen die Länder Berlin und Hessen. Die erwähnten Verträge erfordern immer wieder Anpassungen, weswegen die Apostolische Nuntiatur in Berlin in ständigem Kontakt mit der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten steht, um den Rat der deutschen Bischöfe bei der Suche nach der besten Lösung vorzulegen, worüber wir auch im Verlauf dieses Essens sprechen könnten.
 
Verehrter Erzbischof Gallagher, vielen Dank für Ihren Besuch. Ich bin sicher, Sie werden sich in Berlin und Potsdam wohlfühlen. Wenn Ihr Besuch in Deutschland auch nur kurz ist, so möge er doch reiche und gute Frucht für die Zukunft bringen. Ad multos annos!