16 09 18 Grußwort von Nuntius Eterovic anläßlich der Bischofsweihe von Msgr. Georg Bätzing zum Bischof von Limburg

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Grußwort des Apostolischen Nuntius
Erzbischof Dr. Nikola Eterović
aus Anlass der Bischofsweihe 
von Msgr. Dr. Georg Bätzing
zum Bischof von Limburg

Limburg, 18. September 2016


 
Eminenzen, Exzellenzen, 
liebe Priester, Diakone und Ordensleute, 
verehrte Vertreter der anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften,
sehr geehrte Repräsentanten aus Religion, Politik und Gesellschaft, 
liebe Brüder und Schwestern!
 
„Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt“ (Gal 6,14). 
 
Mit diesen Worten bezieht sich der Heilige Paulus auf die Bedeutung des Kreuzes für das Leben eines jeden Christen, wie auch jeder christlichen Gemeinschaft. Das Kreuz, das Zeichen des Leidens und des Todes, ist durch die erlösende Liebe des Herrn Jesus Christus zum Zeichen der Auferstehung und der Liebe geworden. Deswegen schreibt der Völkerapostel: „Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1 Kor 1,22-24).
 
Das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus ist auch für die Diözese Limburg Ausdruck der Macht und Weisheit Gottes. Sie feiert mit Blick auf das Fest der Kreuzerhöhung eine besondere Kreuzwoche. In diesem Jahr erfolgt zu dieser feierlichen Gelegenheit die Bischofsweihe Seiner Exzellenz Mons. Dr. Georg Bätzing, des neuen Bischofs von Limburg. Vor der Verlesung der Ernennungsbulle, die der Heilige Vater Franziskus nach der Wahl des Kandidaten durch das Limburger Domkapitel unterzeichnet hat, habe ich die Ehre, Ihnen allen die herzlichen Grüße des Bischofs von Rom und Hirten der Universalkirche zu überbringen. Ich grüße in besonderer Weise Mons. Dr. Georg Bätzing, Euren neuen Bischof, der berufen worden ist, Vater und Hirte aller zu sein, besonders der Priester, welche die „notwendigen Helfer und Ratgeber im Dienstamt der Belehrung, der Heiligung und der Leitung des Gottesvolkes“ sind (PO 7).
 
Verehrte Exzellenz, ich wünsche Ihnen, daß sie mit der Gnade des Heiligen Geistes das Ihnen anvertraute Volk Gottes dieser Ortskirche in besonderer Weise congregare in unum – in der Einheit sammeln können und es auf den vom Herrn Jesus gewollten Weg zu führen vermögen, der, wie der Heilige Paulus erinnert, nicht mit der Weisheit dieser Welt korrespondiert, wohl aber der Logik des Kreuzes entspricht. Im Übrigen hat der Meister sehr deutlich gesagt: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16,24). Indem man mit dem Herrn Jesus das Kreuz trägt, hat man auch Anteil an seinem Sieg über die Sünde und den Tod und wird des ewigen Lebens teilhaftig. Diesen kirchlichen Weg möge man immer in Gemeinschaft mit dem Römischen Pontifex gehen, dem Nachfolger des Petrus, denn er ist das „das immerwährende, sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen“ (LG 23). 
 
Als Vertreter des Heiligen Vaters in der Bundesrepublik Deutschland danke ich von Herzen Seiner Exzellenz Mons. Manfred Grothe für seinen Dienst als Apostolischer Administrator und für all das Gute, das er für die Diözese von Limburg im Verlauf seines hochgeschätzten Hirtendienstes geleistet hat. 
 
Am Beginn seines Hirtenamtes in der verehrten Diözese Limburg richte ich an Sie die geistvollen Worte des Heiligen Paulus an die Gemeinde in Philippi: „Brüder, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist“ (Phil 3,13). Im Vertrauen auf die Gnade des guten und barmherzigen Gottes werden Sie sich mit ihrer kirchlichen Sendung auf das hin ausstrecken, was vor Ihnen ist. Sie sind willens, ein neues Kapitel in der ehrenvollen Geschichte des Bistums Limburg aufzuschlagen. Auf diesem Weg sind Sie nicht allein. Es begleiten Sie die Glieder der schon verherrlichten Kirche im Himmel. Zunächst die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria, sodann der Diözesanpatron, der auch Ihr Namenspatron ist, der Heilige Georg, und alle Heiligen und Seligen, die in dieser Ortskirche verehrt werden. Aber auch die pilgernde Kirche dieser gesegneten Erde der Diözese Limburg ist an Ihrer Seite, die Sie zu dem Ziel führen mögen, das unser Herr Jesus Christus vorgegeben hat, nämlich zum Haus des Vaters, wo es „viele Wohnungen gibt“ (Joh 14,2). Auf diese Weise erfahre jeder von uns und wir alle gemeinsam mit dem Heiligen Paulus, was es bedeutet: „Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt“ (Gal 6,14).