16 11 02 Grußwort von Nuntius Eterovic zum Vortrag des H.H. Prof. Dr. Stefan Samerski FamOT

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Grußwort des Apostolischen Nuntius 
Erzbischof Dr. Nikola Eterović
zum Vortrag des Hochwürdigen Herrn 
Prof. Dr. Stefan Samerski FamOT

Pius XII. – ein Pontifikat in der Diskussion

Berlin, 2. November 2016
 

 
Exzellenz,
sehr geehrte Damen und Herren, 
liebe Freunde!
 
Ein herzliches Willkommen Ihnen allen in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin, dem Haus des Heiligen Vaters Franziskus in der Bundesrepublik Deutschland. Gemeinsam mit der Komturei an Elbe und Ostsee des Deutschen Ordens sind wir heute Abend  zusammen-gekommen, um etwas mehr über Papst Pius XII. zu erfahren, jenes Eugenio Pacelli, der im Sommer 1925 als erster Nuntius seine Residenz in Berlin hatte und hier vier Jahre lang bis Dezember 1929 wirkte. Allein diese enge Verbindung zu Berlin und dieser Apostolischen Nuntiatur lässt verstehen, warum wir uns mit seinem Pontifikat näher beschäftigen wollen. Eugenio Pacelli wurde am 2. März 1876 in Rom geboren. Nach seiner Ausbildung empfing er am Ostersonntag 1899, dem 2. April die Priesterweihe. Ab 1903 sehen wir ihn im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. 1917 ernannte ihn Papst Benedikt XV. zum Apostolischen Nuntius in München und weihte ihn am 13. Mai 1917, also am Tag der Marienerscheinungen von Fatima, zum Erzbischof. Ab 1920 vertrat er den Papst als Nuntius beim Deutschen Reich und ab 1925 zugleich in Preußen. Nach seiner Abberufung als Apostolischer Nuntius in Deutschland im Dezember 1929 wurde er kurze Zeit später von Papst Pius XI. zum Kardinalstaatssekretär ernannt. An seinem 63. Geburtstag, am 2. März 1939, wurde er zum Bischof von Rom und Hirten der Universalkirche gewählt. An diesem Tag nahm er den Namen Pius (XII.) an. Damit beginnt ein 19 Jahre währendes Pontifikat, über das wir heute Abend hören werden.
 
Doch zunächst möchte ich ganz besonders Herrn Komtur Christoph Weigmann aus Hamburg begrüßen, der diesen Abend mitverantwortet und der Komturei an Elbe und Ostsee vorsteht. Mit ihm grüße ich alle Mitglieder des Deutschen Ordens, alle Mitglieder der Ritterorden und der Ordensgemeinschaften. 
 
Die meisten von uns haben sicher einiges Wissen über die Person und das Pontifikat von Papst Pius XII. Heute aber haben wir die Gelegenheit, einen Historiker zu hören, der sich bestens in der Geschichte der Kirche auskennt und auch über das Pontifikat des Pacellipapstes gearbeitet hat. Ich begrüße Hochwürdigen Herrn Prof. Dr. Stefan Samerski, der als Geistlicher Assistent der Komturei an Elbe und Ostsee zum Deutschen Orden gehört. Er wirkt an vielen Orten, seit dem Jahr 2007 als Professor in München und auch hier in Berlin, wo er am Priesterseminar Redemptoris Mater Kirchengeschichte doziert. Daneben ist er Pfarrvikar der Berliner Kirchengemeinden Herz Jesu-St. Thomas von Aquin. Prof. Samerski wurde am 09. Januar 1963 in Köln geboren und wurde am 27. Juni 2009 in Regensburg zum Priester geweiht. Es ist schön, daß einige seiner Schüler aus dem Priesterseminar Redemptoris Mater unter uns sind. Mit Rektor Silvano Latini an der Spitze grüße ich Sie herzlich.  
 
Eine Spur des Pontifikates Pius‘ XII. findet sich in Berlin in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Berlin-Zehlendorf, die nach dem 2. Weltkrieg mit finanzieller Hilfe des Papstes und unter dem Namen Stiftung Haus Pius XII. gegründet worden ist und bis heute diesen Namen trägt. Dass Vertreter dieses Hauses unter uns sind, freut mich sehr. 
 
In seiner großen Enzyklika über die Kirche Mystici Corporis Christi vom 29. Juni 1943, also während der Schrecken des 2. Weltkrieges, zitiert Papst Pius XII. im ersten Teil einen Satz aus dem Buch der Sprichwörter, der aber auch sein Pontifikat meinen könnte: „Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er lenkt es, wohin er will“ (Spr 21,1). 
 
Vielen Dank für Ihr Kommen. Freuen wir uns auf einen anregenden Abend.