17 06 03 Grußwort von Nuntius Eterovic zum 375. Jubiläum der Kevelaer Wallfahrt

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Grußwort des Apostolischen Nuntius 
Erzbischof Dr. Nikola Eterović
am Ende der Marientracht am Hauptfesttag 
„375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt 1642-2017“ 

3. Juni 2017


 
„Wie freute ich mich, als man mir sagte: ‚Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern‘“ (Ps 122,1).
 
Eminenz!
Exzellenzen!
Verehrter Herr Bischof Dr. Genn, 
sehr geehrte Repräsentanten der Politik, der Gesellschaft und der Kultur, 
liebe Schwestern und Brüder!
 
Für viele Menschen ist es auch heute noch eine Freude, wenn sie hören, daß sie zu einem Ort der Gnade pilgern können. Für den Psalmisten ist es der Tempel von Jerusalem, das Zentrum der jüdischen Religion und Kultur, die Mitte der Stadt, der wichtigste Ort, den jeder fromme Jude möglichst oft besuchen wollte. 
 
Nach Kevelaer, dieser Perle am Niederrhein, kommen jedes Jahr Scharen frommer Pilger von nah und fern, Deutsche, Niederländer und aus vielen anderen europäischen Ländern. Seit dem Jahre 1642, also in der Endphase eines brutalen 30 jährigen Krieges, pilgern Christen zu diesem Ort, woraus die Stadt Kevelaer erwachsen ist. Sie kommen zu einem kleinen Bild, das die Statue der Gottesmutter zeigt und als Trösterin der Betrübten, als Consolatrix afflictorum verehrt wird. So wie die Statue in der Kathedrale von Luxemburg, so zieht das Bild der tröstenden Mutter hier in Kevelaer die Christen von überall her an. 
 
Man könnte sagen, daß Maria, die Mutter der Kirche, auch die Mutter Europas ist, denn wo sie verehrt und angerufen wird, da gibt es keine Trennung der Nationen mehr, sie ist die Mutter aller Vaterländer. Und Kevelaer ist somit ein geistliches Zentrum dieses Europa, das sich oftmals aus den Trümmern von Kriegen und Zerstörungen aufraffen und sich seiner christlichen Wurzeln bewußt machen musste. Die selige Jungfrau Maria ist dabei eine ermutigende Trösterin. Sie will alle zu Jesus Christus führen, ihrem und unserem Herrn und Heiland. Auch heute schaut sie auf uns und will uns dazu ermutigen, das zu tun, was er uns sagt (vgl. Joh 2,5), damit wir Zeugen Jesu Christi und Verkündiger seines Evangeliums werden, wie es der Heilige Vater Franziskus oftmals sagt, denn auch die Menschen von heute brauchen diese gute Nachricht. Predigen wir sie mit unserem christlichen Leben und, wenn nötig, mit dem Wort der Zuversicht. 
 
Als Vertreter des Heiligen Vaters in Deutschland grüße ich Sie alle, besonders aber die Pilger und die Bewohner von Kevelaer, und sage mit den Worten des Psalms 122: „Ich freute mich, als man mir sagte: «Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.» Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem (Kevelaer): Jerusalem (Kevelaer), du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt“ (Ps 122,1-3).