08 03 14 Predigt von Nuntius Périsset zum 25. Jahrestag der Übergabe der Päpstlichen Bulle "Ut sit" zur Errichtung des Opus Dei als Personalprälatur im Bildungszentrum Feldmark, Berlin

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Grußwort
und Predigt des
Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
zum 25. Jahrestag der Übergabe der Päpstlichen Bulle "Ut sit"
zur Errichtung des Opus Dei als Personalprälatur
(Berlin, Bildungszentrum Feldmark, 14. März 2008)





Grußwort des Regionalvikars des Opus Dei in Deutschland, Dr. Christoph Bockamp



Für die Prälatur Opus Dei in Deutschland ist es eine große Ehre und Freude, dass Sie, sehr verehrter Herr Apostolischer Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, heute mit uns die heilige Messe feiern. Herzlich begrüße ich auch Herrn Nuntiaturrat Prälat Dr. Stephan Stocker und alle Mitglieder, Mitarbeiter und Freude des Opus Dei, die heute hierher gekommen sind.

Es ist schön und passend, dass gerade der Vertreter des Heiligen Vaters heute unter uns ist, war doch die Entscheidung des geliebten Papstes Johannes Paul II., das Opus Dei als Personalprälatur zu errichten und damit in eine hierarchische Einrichtung der Kirche umzuwandeln.

Genau vor 25 Jahren - am Fest des hl. Jsoef - übergab der damalige Apostolische Nuntius in Italien im Auftrag des Heiligen Vaters die Errichtungsbulle „Ut sit“ mit allen Ausführungsbestimmungen an den damaligen Prälaten des Opus Dei, Alvaro del Portillo, dem ersten Nachfolger des hl. Josefmaria Escrivá.

Heute sind mit uns im Gebet und in Dankbarkeit alle Männer und Frauen in Deutschland verbunden, die dem Opus Dei angehören oder an seinen Apostolaten teilnehmen. Sie wünschen nichts anderes, als der Kirche durch die Heiligung der Arbeit zu dienen, eng verbunden mit dem Papst und den Bischöfen.

Danke, sehr verehrter Herr Nuntius, dass Sie diese Dankmesse heute mit uns feiern.



Predigt des Apostolischen Nuntius



Vom hl. Josef, dessen Fest wir heute feiern, sagt die hl. Schrift: "Josef, ihr Mann, der gerecht war ..." (Mt 1. 19) und nennt ihn "getreu und klug" (vgl. Lk 12, 42).

1. Diese Eigenschaften des hl. Josef können uns bei unserer heutigen Feier helfen, die Berufung als Mitglieder der Personalprälatur Opus Dei immer treuer zu leben.

Vor kurzem hatten wir als Sonntagsevangelium die Heilung des Blindgeborenen, der auf die Frage nach dem, der ihn geheilt habe, antwortet : "Wenn dieser (Jesus von Nazareth) nicht von Gott wäre, könnte er nichts vollbringen“. (Joh 9, 33). Diese Antwort ist sehr hilfreich, um zu verstehen, was Opus Dei heißt; nämlich, dass wir in all unseren Taten nach und nach in unserem ganzen Sein "Gottes Werk" werden und es vollbringen. Welch eine Verantwortung!

Gott zwingt niemanden zu glauben; er mahnt aber, sich am Leben der Heiligen ein Beispiel zu nehmen, damit auch unser Leben fruchtbar wird, denn „an der Frucht erkennt man den Baum" (Mt 12, 33).

Gerecht, treu und klug, so wird der hl. Josef beschrieben. Diese Beschreibung lässt sich auch auf das Leben der Mitglieder des Opus Dei übertragen. Mit den Worten des hl. Josefmaria: „Im Leben eines gläubigen Christen“ - und das seid ihr alle, die ihr hier anwesend seid - „ist Gott immer zugegen, und zwar in jedem Augenblick, wenn ihr arbeitet oder euch erholt, wenn ihr betet oder schlaft.“ (Hl. Josefmaria, Betrachtung, 3. März 1954).
Schon der hl. Paulus brachte den Korinthern diesen Gedanken nahe: „Möget ihr nun essen oder trinken oder etwas anderes tun, tut alles zur Ehre Gottes.“ (1 Kor 10,31) Und den Kolossern schrieb er: „Alles, was ihr tut, in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus.“ (Kol 3, 17).

2. Das Charisma des Opus Dei ist deshalb für euch alle eine besondere Verantwortung, das ihr in der Kirche zur Geltung bringen müsst. Mit der Errichtung der Personalprälatur vor 25 Jahren durch Papst Johannes Paul II. ist klar zum Ausdruck gebracht, dass das Opus Dei seine Teilhabe an der Sendung der Kirche in dieser besonderen Art und Weise zu vollziehen hat. Deswegen heißt es in der Bulle der Errichtung: „Diese Institution hat sich in der Tat seit ihren Anfängen bemüht, die Sendung der Laien in der Kirche und in der menschlichen Gesellschaft nicht nur ins Licht zu rücken, sondern sie auch zu verwirklichen, und gleichzeitig die Lehre von der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit in die Tat umzusetzen, sowie die Heiligung der Arbeit und durch die berufliche Arbeit in allen Bereichen der Gesellschaft zu fördern.“ (Bulle Ut sit, 28.11. 1982).

Es geht also um zwei Hauptelemente: Zum einen um die Heiligkeit, die von Gott her kommt; und dann um die Heiligung der Welt durch die Mittlerschaft der Kirche, die ihr mit dem Charisma des Opus Dei vollziehen müsst. Wenn man an die Heiligung der Welt denkt, kommen einem die Worte des hl. Paulus an die Römer in den Sinn: „Denn das Harren der Schöpfung ist ein Warten auf die Offenbarung der Söhne Gottes, ...dass auch sie (die Schöpfung) von der Knechtung an die Vergänglichkeit befreit wird, zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“ (Röm, 8. 19-21).

3. Die Mittel, die ihr zur Verfügung habt, um euer Charisma in der Kirche und in der Welt zu leben, haben ihre Quelle in dem Leben und in den Werken des Gründers des Opus Dei, des hl. Josefmaria. Mir ist schon lange das Büchlein „Der Weg“ bekannt (Camino), das mir eine Frau als junger Kaplan in Notre-Dame in Genf auf spanisch gegeben hat, die zum Opus Dei gehörte: Sie klopfte an den Beichtstuhl und reichte mir ein kleines grünes Buch hinein. Ich habe alles, Schritt für Schritt, Tag für Tag, gelesen und betrachtet und so den Geist des Opus Dei immer besser kennen gelernt. Besonders aufgefallen ist mir, dass Christus ganz im Zentrum steht, wie es in einem Punkt heißt: „Christus soll das Ziel unserer Bestrebungen, die Liebe unseres Herzens, das Thema unserer Gespräche und das Vorbild unseres Handelns sein.“ (Der Weg, 271).

War das nicht auch die Haltung des hl. Josef? Denn sein Leben war völlig auf das Leben Jesu hinorientiert. Das gilt für alle Heiligen, für den hl. Josefmaria, ebenso wie für den hl. Benedikt, der in seiner Regel schrieb: Der Liebe zu Christus soll nichts vorgezogen werden.

Christus ist unser Programm, wie uns Papst Johannes Paul II. immer wieder in Erinnerung gerufen hat. Als Christen haben wir nur dieses eine Vorbild, Christus, von dem wir alle, ein jeder auch in seinem eigenen Beruf, Abbilder sind und immer mehr sein sollen. Das wird uns auch heute ständig von Papst Benedikt vor Augen geführt. Sei es heute, sei es morgen, sei es immer, das ist unsere Gnade: Wahre Christen, ganz und gar Jünger Christi zu sein, um das Werk Gottes zu verwirklichen.

Möge der hl. Josef in der Stille seines Dienstes an Christus und Maria unser ständiges Vorbild sein, damit auch wir gerecht, treu und klug in dieser Welt leben. Amen.